Bio

Zu spät um umzudrehen

2020 war für Provinz ein „Trotzdem“-Jahr. Im Frühjahr mitten im aufkommenden Hype um ihre Band durch Corona bei voller Fahrt vom Karussell gerissen, platzierten sie im Sommer trotzdem ihr Debütalbum „Wir bauten uns Amerika“ sensationell auf Platz 4 der deutschen Charts. Durch die Kontaktbeschränkungen um ihre beiden restlos ausverkauften Touren des Jahres gebracht, hielten sie durch ausgewählte Picknick-Konzerte trotzdem so gut es ging den Kontakt zu ihren Fans. Und obwohl sie als Durchbruch-Band vermeintlich um das Jahr ihres Lebens gebracht wurden, konnten Vincent, Robin, Moritz & Leon sich am Ende trotzdem über die Auszeichnung als „Bester Newcomer Act“ bei der 1LIVE Krone freuen.

Es passt also, dass der auferlegte Stillstand bei aller Enttäuschung über verpasste Möglichkeiten trotzdem etwas Gutes hervorbrachte: eine neue EP von Provinz. „Zu spät um umzudrehen“ heißt die 5-Track-Sammlung, erscheint am 11. Juni und wird angeführt von der ersten Single „Hymne gegen euch“. Die wartet gleich mal mit einer handfesten Überraschung auf: Provinz werden politisch. Denn auch wenn 2020 auf eine Weise ein Jahr des gesellschaftlichen Stillstands war, war es doch auf eine andere doch das politisch unruhigste seit langer Zeit. Black Lives Matter, Querdenker-Demos, dazu die fortwährend schwelende Diskussion um eine nahende Klimakatastrophe – als reflektierter Mensch und junger dazu kann man in diesen Zeiten eigentlich gar nicht unpolitisch sein.

Provinz
Provinz

Das sieht auch Frontmann Vincent (22) so, der trotzdem beobachtet, dass „im Songwriting Gesellschaftskritik und politische Äußerungen immer noch eher selten“ sind. Auch bei ihm selbst: „Ich bin Fan davon, es allgemeiner zu halten, also nicht den Zeigefinger auf eine bestimmte Gruppe zu richten“. Dann jedoch kam er an einen Punkt, bei dem ihm schlicht der Kragen platzte: „Ich hatte einen Podcast gehört, in dem es um die Querdenker-Bewegung ging. Da hat mich zum Teil die Wut gepackt und ich dachte: jetzt ist es an der Zeit, sich zu äußern.“

Das tun Provinz in „Hymne gegen euch“ auf gewohnt mitreißende Weise. „Was, wenn ich dir sage, du bist nicht alleine / du bist wütend und wirfst keine Steine / Sie sagen die Jugend ist deprimiert / Sie sei an Politik nicht interessiert“, nimmt Vincent ein gängiges Vorurteil über die Gen Z auf.

Provinz

Neben „Hymne gegen euch“ glänzen Provinz auf der EP mit all dem, was sie zu einer der besten deutschen Newcomerbands der letzten Jahre gemacht hat: Große, ungefilterte Coming-of-Age-Gefühle treffen auf mitreißend direkte Texte, rauschende Indie-Hymnen auf organisch instrumentierte Produktionen, der Hunger auf die große weite Welt auf die Angst, das vertraute familiäre Umfeld zu verlassen – Letzteres manifestiert in „22 Jahre“, der schönsten Mutter-Ode seit Kanye Wests „Hey Mama“. Produzent der EP ist erneut Tim Tautorat (u.a. AnnenMayKantereit, Faber), was einerseits für den wiedererkennbaren Provinz-Sound sorgt. Andererseits jedoch klingen die Produktionen teils deutlich progressiver, was Vincents Vorarbeit mit einem Kumpel gedankt ist, dem bekannten Songwriter, Musikproduzent, Sänger und Multiinstrumentalisten Fayzen.

All das wäre nicht passiert, wären Provinz im September wie geplant auf Tour gewesen. Das Trotzdem-Jahr 2020, es hatte auch seine guten Momente.

Video

Liebe zu dritt

Zimmer

Großstadt

Hymne gegen euch

Chaos

Tanz für mich

Diego Maradona

Verlier dich

Wenn die Party vorbei ist

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